Wie kommt KI aus der Forschung in die Produktion? Dazu müssen Entwickler, Anbieter und Anwender von KI erst einmal ins Gespräch kommen. Der Austausch über Erkenntnisse, Anforderungen, Hemmnisse, Erfahrungen und Best Practices ist Voraussetzung für die Entwicklung praktikabler KI-Lösungen, die in den Unternehmen auch tatsächlich schnell zum Einsatz kommen.

IIP-Ecosphere hat dafür passende Instrumente vorgesehen. Eines davon ist der Aufbau von Regional Innovation Hubs (RIH). An diesen Knotenpunkten sollen die Akteure des Ökosystems zusammenkommen, um den Wissens- und Technologietransfer voranzubringen. IIP-Ecosphere startet mit zwei RIHs in den Pilotregionen Hannover und Nürnberg.

In Hannover sind die Konsortialpartner Deutsche Messe Technology Academy, das Forschungszentrum L3S und das Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität Hannover (LUH) gemeinsam mit zahlreichen assoziierten Partnern aus der Innovationsförderung dabei, die regionalen Akteure des KI-Ökosystems zu vernetzen. Um Kooperationen anzuschieben, zählt vor allem das persönliche Zusammentreffen. In dieser Hinsicht hat die Corona-Pandemie die Planungen mächtig durcheinandergewirbelt. Ein Matchmaking-Event, das KI-Startups und Produktionsunternehmen zusammenführen sollte, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten, wurde coronabedingt abgesagt.

Auch in Nürnberg wurden bereits erste Aktivitäten und Partnerschaften gestartet. Unter der Leitung des assoziierten Partners JOSEPHS führte ein Team des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, insb. Innovation und Wertschöpfung, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) einen Design-Sprint zur Konzeption des Regional Innovation Hub Nürnberg durch. Der Fokus in Nürnberg liegt insbesondere auf der Innovationsunterstützung, der Entwicklung von Geschäftsmodellen und der Förderung von Ideen hin zu Startups. Mit den Partnern FAU, JOSEPHS, ZOLLHOF und der IHK Nürnberg bietet der RIH breite Kompetenzen auf den genannten Feldern. In den nächsten Monaten sind zudem auch Networking Events und Hackathons in Planung. Interessenten können sich auf der Webseite des RIH Nürnberg melden.

Zu den wesentlichen Aufgaben der RIHs zählt die Zusammenarbeit mit den anderen Teilbereichen von IIP-Ecosphere. So unterstützen die RIHs die anwendungsorientierte KI-Forschung der vier Think Tanks bei der Vernetzung mit KI- und Produktionsexperten und beim Transfer von Lösungen in die Unternehmen. Umgekehrt geben die RIHs Fragestellungen aus den Unternehmen als Input für die Forschung an die Think Tanks weiter. Daraus können sich dann gemeinsame förderfähige Projekte entwickeln.

In den Bereich Easy Tech können die RIHs mögliche Anwendungsfälle einbringen und dazu beitragen, funktionierende KI-Musterlösungen zu verbreiten. Easy Tech entwickelt vielfältige Maßnahmen, um produzierenden Unternehmen den Zugang zu KI-Methoden und -Technologien zu erleichtern. Dabei werden explizit die Anforderungen von Unternehmen unterschiedlicher Digitalisierungsstufen berücksichtigt.

Nicht zuletzt geht es auch um eine Stärkung der Gründerszene im Bereich der KI. Die RIHs Hannover und Nürnberg sind dafür mit ihren assoziierten Partnern aus der Gründungsförderung sehr gut aufgestellt. Für Projektmitarbeiter an der LUH hat der Gründerservice starting business Ende Juli bereits einen ersten Gründungsworkshop angeboten.

Mittel- bis langfristig sollen weitere RIHs hinzukommen, um KI in der Produktion deutschlandweit voranzubringen.