Für eine breite Akzeptanz von KI in produzierenden Unternehmen braucht es einen einfachen Zugang zu industrietauglichen Lösungen. Die Bitmotec GmbH, eine Ausgründung der Leibniz Universität Hannover, wirkt als Konsortialpartner im Projekt IIP-Ecosphere genau daran mit. Unternehmensgründer André Heinke beantwortet Fragen zu Bitmotec und zur Rolle des Unternehmens in IIP-Ecosphere.

Was macht Bitmotec und wo liegen die Kernkompetenzen?

Bitmotec ist ein Anbieter IoT-basierter Datenassistenzsysteme, die es ermöglichen, Daten aus verschiedenen Quellen – Maschinen, Anlagen, Sensoren – zu vernetzen, zu visualisieren und individuell zu analysieren. Unsere Produkte sind auf maximale Datensicherheit ausgelegt und zeichnen sich durch eine einfache Installation und intuitive Bedienung über ein modernes Webinterface aus. Die Produkte und Lösungen von Bitmotec wurden aus der Erfahrung von mehr als 30 Digitalisierungs- und Industrie-4.0-Projekten (mit Industrie und Forschung) entwickelt. Basierend auf dieser Erfahrung verfolgen wir den Anspruch, die aktuellen Bedarfe in der Industrie eng mit dem, was unter Einsatz modernster Technologien machbar ist, zu verknüpfen.

Was ist Ihre Rolle in IIP-Ecosphere?

Im Projekt IIP-Ecosphere erforschen und entwickeln wir standardisierbare und wandelbare Automatisierungslösungen auf Basis von KI. In sich immer schneller ändernden Produktionsumgebungen kann eine selbstlernende KI die Funktionen einer Automatisierungslösung auch zukünftig sicherstellen. Durch die angestrebte Standardisierung in dem Ökosystem wollen wir KI-Lösungen einer Vielzahl an produzierenden Unternehmen zugänglich machen.

Welche konkreten Probleme wollen Sie mit IIP-Ecosphere lösen?

Für die Akzeptanz von KI in produzierenden Unternehmen ist es wichtig, dass ein einfacher Zugang geschaffen wird und ein breites Verständnis für die Vorteile entsteht. Hierfür wollen wir über den KI-Accelerator die IIP-Ecosphere-Plattform aktiv mitgestalten und unsere Erfahrungen auf den Gebieten Digitalisierung und KI einbringen. So ermöglichen wir produzierenden Unternehmen insbesondere im Mittelstand zukünftig einfach und herstellerunabhängig Zugang zu Best Practices und exemplarischen Lösungen.

Zudem werden wir in einem Demonstrator eine autonome Endprüfung unter Einsatz von KI on the edge umsetzen. Ziel ist hier, die Qualität und Funktion unterschiedlichster aktueller und zukünftiger Produkte über eine standardisierte autonome Endprüfung sicherzustellen.

Was erwarten Sie von IIP-Ecosphere als KI-Ökosystem?

Von IIP-Ecosphere erwarte ich einen großen Mehrwert für die Akzeptanz und Verbreitung von KI-Lösungen in der deutschen Wirtschaft. Bereits die ersten Monate haben gezeigt, dass wir das Ziel mit diesem schlagkräftigen Konsortium erreichen können.

Welchen Besonderheiten oder auch Herausforderungen begegnet man als Entwicklungspartner im Bereich KI?

Es gibt bereits viele KI-Lösungen, die meist in Leuchtturmprojekten ihre Mehrwerte unter Beweis gestellt haben. Jedoch werden oft Themen wie IT-Integration, Sicherheit oder Nachvollziehbarkeit vernachlässigt. Wenn ich jedoch KI zukünftig in Automatisierungs-, Monitoring- oder Analyse-Lösungen bei produzierenden Unternehmen einsetzen will, müssen genau diese Aspekte mitbedacht und umgesetzt sein. Industrietaugliche KI-Lösungen sind aus unserer Sicht eine zentrale Herausforderung für einen vermehrten Einsatz.

Was wäre wünschenswert, um die Zusammenarbeit von KI-Entwicklungspartnern und Anwenderunternehmen in diesem Bereich noch zu stärken?

Mit standardisierten industrietauglichen KI-Lösungen, die von einer breiten Masse produzierender Unternehmen eingesetzt werden können, werden wir die Einstiegshürde deutlich absenken. Das ist aus meiner Sicht ein wichtiger Entwicklungsschritt, den wir bereits mit IIP-Ecosphere gehen wollen. Zusätzlich müssen aus meiner Sicht Fördermöglichkeiten ausgeweitet werden und die Förderbestimmungen für Anwenderunternehmen einen einfachen Zugang erlauben.

Welche KI-Erfolgsstories haben Sie bei der Umsetzung von KI-Lösungen erlebt?

„Können wir das wirklich mit KI machen?“ entgegnete mir mal ein Kunde. Seine Skepsis bezog sich sowohl auf die Ergebnisgenauigkeit als auch auf den Aufwand. Nachdem ich ihm jedoch in Minuten anhand seiner Produkte zeigen konnte, dass wir bereits hervorragende Ergebnisse erzielen, war der Kunde sehr überrascht.

Wie sind Sie persönlich zum Thema KI gekommen?

Erste Berührungspunkte mit KI hatte ich während meines Mechatronik-Studiums an der Leibniz Universität Hannover und seit nunmehr zehn Jahren begleitet mich die Faszination für KI durch mein Berufsleben.

Die Fragen stellte Per Schreiber, Projektkoordinator von IIP-Ecosphere

 

André Heinke, Bitmotec 

Kontakt:

André Heinke

heinke@bitmotec.com

André Heinke leitet bei Bitmotec das Produktmanagement und den technischen Vertrieb und ist Projektverantwortlicher für IIP-Ecosphere

www.bitmotec.com

 

Industrietaugliche KI-Lösungen dezentral einsetzen